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Vom Pferdebahnhof zum Schulhof

Bis zum Jahr 1883 war der größte Teil unseres Schulgrundstücks eine große sandige Fläche. Doch überall in der Umgebung wurden große Häuser gebaut und es lebten immer mehr Menschen hier. Viele von ihnen fuhren mit Pferdebahnen zur Arbeit.

1883 beschloss die „Große Berliner Pferde-Eisenbahn AG“ den Bau eines Pferdebahn-Betriebshofs in der Kreuzbergstraße. Von hier sollten die Pferdebahnen nach Tempelhof und Rixdorf fahren.

Auf dem Gelände wurde ein Pferdestall für 360 Pferde in zwei Stockwerken gebaut und ein Wagenschuppen für 48 Wagen. Dazu kam eine Schmiede mit einer Beschlaghalle. Der Betriebshof erhielt die Nummer XIV.

Aussichtswagen

Da immer neue Linien hinzu kamen, die nun auch nach Berlin hineinführten, wuchs der Verkehr immer stärker. Schon 1886 wurde auch das Nachbargrundstück gekauft und ein zusätzlicher Stall für 200 Pferde und ein Dach für 50 Wagen gebaut. Im Hof konnten weitere 10 Wagen stehen.

Damit gehörten jetzt die ganze Fläche unserer Spielwiese, die Turnhalle und der größte Teil unseres Schulhofs zum Pferdebahn-Betriebshof.

1893 standen im Betriebshof wirklich über 500 Pferde. Doch die große Zeit der Pferdebahn war vorbei. Die Elektrifizierung begann und die Pferdebahnen wurden allmählich durch Straßenbahnen ersetzt. Die Hallen mussten umgebaut werden und 1898 standen die ersten Straßenbahnen im Betriebshof.

Schon 1900 standen hier nur noch 10 Pferde, aber 200 Straßenbahnwagen.

Betriebshof 1910

Im 2.Weltkrieg war das Benzin knapp und es konnten keine Lastwagen mehr fahren. Deshalb wurden Straßenbahnen umgebaut und für den Güterverkehr genutzt. Auch in einer Fahrzeughalle des Betriebshofs „Kreuzberg“ wurde eine Rampe gebaut. Dadurch konnten schwere Kisten in die Wagen geschoben werden. Am 30.Januar 1944 wurde der Betriebshof durch starke Bombenangriffe so stark zerstört, dass er nicht wieder aufgebaut wurde.

Depot 1942


Depot 1944

Die BVG benutzte das Gelände noch mehrere Jahre als Lagerplatz und für Werkstätten zur Reparatur von Straßenbahnen. Nach Fahrt der letzten Straßenbahn im Westteil Berlins am 2.Oktober 1967 konnte die BVG das Grundstück nicht mehr nutzen und verkaufte es.

1970

Das Grundstück wurde danach noch mehrere Jahre von verschiedenen Firmen als Lagerplatz und für Werkstätten genutzt.

1974 wurde das gesamte Gelände geräumt und der Bau einer Schule konnte beginnen.